„Die Idee bekam einen Namen, der Name wurde mit einem Logo verziert, das Logo wurde mit den Statuten ergänzt, und um die Idee, das Logo und die Statuten fanden sich Menschen zusammen, die – auch wenn sie aus verschiedenen Kontinenten stammen und das Vermächtnis ferner, vielleicht unbekannter Kulturen in sich tragen – die Entscheidung trafen, diese Idee mit Leben zu erfüllen“.

 

Es war zu Beginn des Sommers 1999, als eine Gruppe lateinamerikanischer Freunde, einige der vielen, die nach Halle kommen, um zu studieren, sich zu spezialisieren oder einfach in dieser tausendjährigen Universitätsstadt zu leben, sich dazu entschloss, aus ihren wöchentlichen Stammtischgesprächen eine Zusammenkunft jeden Dienstag zu machen.

So wurde der Iberoamerikanische Stammtisch geboren, ein wechselnder Versammlungsort spanisch sprechender Menschen und für all jene, die diese Sprache erlernen, sprechen oder ihre Fähigkeiten in ihr verbessern wollen. Damit entstand eine Möglichkeit zur Zusammenkunft von Lateinamerikanern, Deutschen und anderen Europäern. Ein Treffen der Kulturen.

Seit seiner Entstehung als Gesprächstreffen kamen viele Studenten, Einwohner aus Halle und Durchreisende hinzu. Sie hatten beim Stammtisch viele angenehme Momente und einige verließen Halle mit einem Stück lateinamerikanischer Kultur im Herzen und unzähligen Zeichen und Erinnerungen der Freundschaft.

An diesem Stammtisch gab es stets Menschen, die das Interesse hatten, den Reichtum dieser Kulturen oder ihre künstlerischen Werke an die Öffentlichkeit weiterzugeben. Diese Versuche erlangten Bekanntheit im Jahre 2002, als im Rahmen der Feierlichkeiten zum 500. Jahrestag der Martin-Luther-Universität die ersten Iberoamerikanischen Kulturtage in Halle stattfanden. Diese fanden einen ungeahnten Zuspruch und Beteiligung.

Seitdem finden, jedes Jahr mit neuen kulturellen und künstlerischen Bestandteilen und originellen Einfällen, Iberoamerikanische Kulturtage in Halle statt.

Als der Stammtisch die ersten 5 Jahre seiner Existenz feierte, mit einem E-Mail-Verteiler der über 250 Stammgäste zählte, und inmitten der Vorbereitungen der 4. Iberoamerikanischen Kulturtage, wurde der Verein Iberoamerikanische Kulturinitiative Halle e.V. (Sí-Halle e.V) gegründet.

Um den Stammtisch, der sich weiter ununterbrochen jeden Dienstag trifft, und um den Verein fließen heute die Ideen und die Projekte für die Zukunft.

Die Lust, die Klänge der Saiten, das Flüstern der Poesie, den Zauber der Werke aus Ton, die Geduld, die in den bestickten Ponchos schlummert, die in Schmuck verwandelten Knochen, die Unschuld des gemeißelten Steins, die von Fantasie durchdrungene Prosa, den in Anbetung und Verehrung gewandelten Rhythmus, die Stimme mit der Sanftmut des warmen Regens und die ewig währende Sonne... das heißt, alle Ausdrucksformen unserer kulturellen Vielfalt; die Lust, all dies in diese Stadt voller Geschichte zu bringen und es mit unseren Freunden zu teilen, diese Lust ist unendlich...und  all das lässt sich herbeizaubern mit einem Mate, mit Guacamole, mit Sopaipas...

 

Si-Halle